Osnabrück. Vom Polizeihochhaus zum Elfenbeinturm, der keiner sein will: Ab Montag forscht und lehrt in der kernsanierten „Hafen- wache“ an der Osnabrücker Wachsbleiche das Institut für Informatik, der Universität Osnabrück. Das Institut für Kognitionswissenschaften folgt Ende August.

Nach 15 Monaten Bauzeit ist das frühere Polizeirevier an der Wachsbleiche 27 im Stadtteil Hafen am Freitag an die Universität Osnabrück übergeben worden. Die Uni bezieht das ehemalige Büro­gebäude offiziell ab dem 1. August. Das Institut für In­formatik ist schon Anfang Ju­li umgezogen, das Institut für Kognitionswissenschaften folgt Ende August. Die Universität vermietet das Gebäude für acht Jahre von der Firma OS- Invest GmbH.

Raus aus dem AVZ

Die beiden Institute waren bislang im abriss reifen Allge­meinen Verfügungszentrum (AVZ) am Campus Wester­berg untergebracht. Auf der Suche nach geeignetem Er­satz fand die Universität die alte „Hafenwache“, wie der wuchtige Bau an der Wachs­bleiche/Ecke Pagenstecher­straße auch genannt wird. Künftig werden 180 Personen hier arbeiten.

Was zuletzt aussah wie ei­ne Bruchbude, erstrahlt nun im frischen Weiß und Grau. Das 42 Jahre alte Hochhaus wurde kernsaniert, Installa­tionen und Fußböden erneuert, die Fahrstühle umge­baut. Neue Fenster wurden eingesetzt. Ein außen liegen­der Treppenturm dient als zweiter Rettungsweg. Das Gebäude ist weitgehend bar­rierefrei. In Sachen Energie­verbrauch ist es auf Neubau­standard angehoben worden.

Der Stahlbeton-Skelettbau verfügt über sieben Etagen im Hauptgebäude und drei im Seitenflügel. Im Erdge­schoss befinden sich Compu­ter- und Lehrveranstaltungs­räume, und in den oberen Etagen sind Büro- und La­borräume untergebracht.

Das neue Uni-Hochhaus liegt knapp 800 Meter Luftli­nie vom Campus Westerberg entfernt. Zu weit, findet der Direktor des Instituts für In­formatik, Oliver Vornberger, Er sei zwar „sehr froh über ei­nen modernen Forschungs­ort“, sagte er am Freitag an­lässlich der Schlüsselüberga­be. Doch die Mitarbeiter des Instituts für Informatik seien „nach wie vor betrübt über den Umzug“.

Große Zufriedenheit dage­gen bei Wilfried Hötker, Vize­präsident für Personal und Finanzen der Universität Os­nabrück: ,,Das Gebäude ist wunderbar gelungen!“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 30.07.2016. Autorin: Claudia Scholz
Fotos: David Ebener